Studienreise nach Wien
Zwischen Stephansdom und Sozialer Arbeit
Was braucht es für eine gelungene Studienfahrt? Spannende Programmpunkte, gutes Essen, herzliche Gastgeber, sommerliche Temperaturen – und natürlich die Verspätung der Deutschen Bahn auf der Rückfahrt. All das bot die Studienfahrt nach Wien und Linz vom 27. Juni bis 1. Juli, die für viele zu einem Highlight des Sommersemesters wurde.
Am Samstag machte sich die Reisegruppe auf den Weg nach Wien. Während einige die Stadt bereits erkundeten, saßen andere noch im Zug. Nach der Ankunft bezogen alle ihr Quartier in der Evangelisch-methodistischen Kirche Wien Meidling, wo Pastor und Superintendent Stefan Schröckenfuchs die Gruppe herzlich begrüßte. Der Abend wurde unterschiedlich gestaltet. Einige erkundeten die Wiener Innenstadt, andere ließen den Tag gemeinsam mit Professor*innen in einem typischen Grätzlheurigen bei einem klassisch österreichischen Abendessen ausklingen. Beeindruckende Architektur, gutes Essen und viele Gespräche sorgten für einen gelungenen Auftakt.
Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst, den Studierende mit Lesung, Gebet und Musik mitgestalteten. Die Predigt passte zu den Temperaturen, die auf fast 40 Grad gestiegen waren: „Wasser des Lebens“. Beim anschließenden Kirchenkaffee ergaben sich zahlreiche Gespräche mit Gemeindemitgliedern über das Studium, das Leben in Wien und die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die ursprünglich geplante Stadtführung musste aufgrund der hohen Temperaturen entfallen. Stattdessen nutzten die Studierenden die freie Zeit, um Museen zu besuchen oder sich im bekannten Strandbad Gänsehäufel abzukühlen.
Am Montag standen zunächst soziale Projekte der Evangelisch-methodistischen Kirche im Mittelpunkt. Jutta Dietl stellte die Wärmestube und die Kälteoase vor. Beide Projekte schaffen für Menschen in schwierigen Lebenslagen Orte der Begegnung und bieten im Winter Wärme sowie im Sommer Schutz vor der Hitze. Anschließend teilte sich die Gruppe auf. Ein Teil besuchte die Diakonie Wien und erhielt Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit. Die andere Gruppe traf Pfarrerin Anna Kampl von der Glaubenskirche in Simmering und beschäftigte sich mit sozialraumorientiertem Arbeiten und der Rolle von Kirche im Stadtteil.
Am Nachmittag folgte eine Führung durch den Stephansdom. Besonders die angenehm kühlen Katakomben waren bei den sommerlichen Temperaturen ein willkommener Programmpunkt. Vom Turm bot sich anschließend ein beeindruckender Blick über die Dächer Wiens. Ein besonderes Highlight der Studienfahrt war das Gespräch mit DDr. Peter Schipka, Generalsekretär der katholischen Österreichischen Bischofskonferenz. Im Generalsekretariat nahm er sich Zeit für die Fragen der Studierenden und Professor*innen zu Kirche, Gesellschaft und aktuellen Herausforderungen. Die Offenheit des Austauschs und die Möglichkeit, mit einer Persönlichkeit in dieser Position ins Gespräch zu kommen, machten diese Begegnung zu einem besonderen Erlebnis.
Der Abend klang bei einem gemeinsamen Grillen mit der Gemeinde aus. Ein „Bring-and-Share-Buffet“ sorgte für eine große Auswahl an Speisen. Beim Essen, Kartenspielen mit den Dozierenden und dem gemeinsamen Schauen des Deutschlandspiels der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer entstand eine entspannte und herzliche Atmosphäre.
Am Dienstag führte das Programm zunächst in die Seestadt. Dort erhielten die Studierenden Einblicke in die Planung eines neuen Stadtteils und erfuhren, wie Gemeinschaft, Beteiligung und soziale Infrastruktur bereits bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Speiseamt ging die Reise weiter nach Linz. In der Evangelisch-methodistischen Kirche wurden alle von Pastor Martin Obermeir-Siegrist mit einer liebevoll vorbereiteten Brotzeit aus selbstgemachtem Hummus, frischem Gemüse und Obst herzlich empfangen.
Der Mittwoch begann im Diakoniewerk Spattstraße. Nach einem gemeinsamen Frühstück stellten die Leitungen die verschiedenen Arbeitsbereiche der Einrichtung vor. Ein Rundgang über das Gelände, unter anderem durch eine Wohngruppe für Jugendliche, vermittelte einen anschaulichen Einblick in den Arbeitsalltag. Die Offenheit der Mitarbeitenden sowie der intensive Austausch weckten bei einigen Studierenden das Interesse, dort ihr Praxissemester zu absolvieren.
Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen trat die Gruppe die Heimreise an. Trotz der erwartbaren Verspätung der Deutschen Bahn wurde die Rückfahrt genutzt, um die vergangenen Tage zu reflektieren, persönliche Höhepunkte auszutauschen und auf viele bereichernde Begegnungen zurückzublicken.
Ein herzlicher Dank gilt der Evangelisch-methodistischen Kirche in Wien und Linz sowie allen Beteiligten, die diese Studienfahrt ermöglicht und begleitet haben. Die Reise bot zahlreiche fachliche Impulse, wertvolle Begegnungen und viele gemeinsame Erlebnisse, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Die Vorfreude auf die nächste Studienfahrt im Jahr 2028 ist damit bereits geweckt.
Johanna Grosch, Studierende der Sozialen Arbeit und Diakonie
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Gewaltige Aussicht vom Domturm -
Im Gesrpäch mit dem Generalsekretär der Bischofskonferenz -
Immer mit dabei, der Segen vom Himmel