Die Kunstinstallation „Worte des Lebens“ thematisiert das dreifache Liebesgebot aus Matthäus 22,37–40: „37 Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“
Diese Worte Jesu werden in einen zeitgenössischen Kontext überführt und in Form je eines Oszillogramms visualisiert, das einer aufgezeichneten Sprachnotiz entspricht und den Kern der jeweiligen Aussage widerspiegelt: "Deinen Gott lieben“ – "Deinen Nächsten lieben“ – "Dich selbst lieben“.
Diese drei Aussagen stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander: Jede von ihnen bedingt die beiden anderen. Dadurch entsteht ein Kreislauf von Weisungen, der durch die Dynamik der Liebe zusammengehalten wird.
Die „Worte des Lebens“ werden durch gestrickte Kupferelemente inszeniert, die mit gefärbtem Papiergarn kombiniert sind. Durch die Lichtdurchlässigkeit entsteht ein lebendiges Wechselspiel aus Farbe, Licht und Schatten, das die geistliche Dimension des Textes unterstreicht und zugleich eine moderne Bildsprache eröffnet.
Viola Schmidt *1998: Worte des Lebens. Zeichentusche auf Gestrick aus Kupfer, Papier und Nylon, 2026