Prof. Dr. Maximilian Bühler

Professor für Praktische Theologie
(E. Stanley Jones Chair for Evangelism der Foundation for Evangelism)

Lebenslauf

1988 geboren in Göppingen
2011–2016 Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V.
2009–2016 Studium der Evangelischen Theologie an den Universitäten Mainz, Heidelberg, Kopenhagen und Yale sowie an der THR
2017–2020 Promotionsstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)
2020–2021
und
2018–2019
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchentheorie und Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Fritz Lienhard)
2017–2021 Projektkoordinator und Mitarbeiter im Forschungsprojekts »Formen und Funktionen des Kasualgesprächs« (Leitung: Prof. Dr. Fritz Lienhard)
07/2022 Promotion zum Dr. theol. an der Theologischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
2021–2023 Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche auf dem Bezirk Darmstadt/Dreieich
2023–2025 Professor für Praktische Theologie I an der Theologischen Hochschule Reutlingen
seit 09/2025 Professor für Praktische Theologie, Inhaber des E. Stanley Jones Chair for Evangelism

Lehrveranstaltungen

  • Homiletik und Gottesdienstlehre (Bachelor und Master)
  • Seelsorgelehre (Bachelor und Master)
  • Kasualtheorie
  • Kirchentheorie und Pastoraltheologie
  • Spirituelle und liturgische Kompetenz

Arbeitsschwerpunkte

  • Kasualtheorie (insbes. Bestattungspraxis)
  • Kirchentheorie und Kirchenreform
  • Qualitative Sozialforschung (insbes. Konversationsanalyse und teilnehmende Beobachtungen)
  • Homiletik
  • Liturgik
  • Seelsorge

Forschungsprojekte

Künstliche Intelligenz in der Seelsorgeausbildung

Künstliche Intelligenz, insbesondere in Gestalt der Large Language Models, transformiert gegenwärtig unsere Kultur. Wir haben es mit einer Medienrevolution zu tun, die alle Gesellschaftsbereiche verändert – so auch Seelsorge. Denn Seelsorge geschieht in Gestalt unterschiedlicher Medien (Text, Bild, Ritual, Gespräch etc.) und nun auch in Rekurs auf künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Dr. Kornelius Kammler-Sücker und Prof. Dr. Annette Haußmann untersuche ich, wie sich Seelsorgepraxis durch Künstliche Intelligenz verändert und wie sich die unaufhaltsame Transformation durch technische Weiterentwicklung für die Seelsorge nutzen lässt. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Entwicklung einer KI getriebenen Virtual Reality Umgebung, in der Seelsorgelernende unterschiedliche Seelsorgefälle „durchspielen“ können, um die Qualität seelsorglicher Praxis zu verbessern.

 

Bühler, Maximilian; Kammler-Sücker, Kornelius; Haußmann, Annette: KI-Avatare in der Seelsorgeausbildung? Spiegelungen eines (Selbst-)Versuchs, in: WzM 2026 (im Erscheinen).

Religion in der Schulsozialarbeit – eine religionsethnografische Untersuchung (Habilitationsprojekt)

Der Säkularisierungstheorie zum Trotz verschwinden Religion, Spiritualität und existentielle Fragen nicht aus der Lebenswelt von Schüler:innen. Die Sozialarbeitswissenschaft des letzten Jahrzehnts hat (wieder) entdeckt, dass eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit die Reflexion auf die religiöse Kultur einschließen muss. Sie hat religions- und kultursensibel zu agieren, weil Religion/Spiritualität eine wichtige Ressource in der Bewältigung von Krisen sein kann, aber selbst eben auch Krisen verstärken oder gar hervorrufen kann. Qualitative Forschung zum Umgang mit Religion/Spiritualität in der Schulsozialarbeit existieren bis dato keine. Durch mein Forschungsprojekt versuche ich zu rekonstruieren, welche Bedeutung Religion in der Schulsozialarbeit hat und wie eine religionssensible Sozialarbeit zu konturieren ist. Der religionsethnografische Zugang eröffnet dabei einen Blick für die konkreten Praktiken, in denen Religion sichtbar und verhandelt wird. Der Fokus liegt dabei insbesondere auch auf der Materialität, Leiblichkeit und Räumlichkeit der religiöser und religionsbezogener Praktiken.

 

Literatur:

Bühler, Maximilian/Besch, Jona/Philipp, Kendra: Religiöse Rituale und Ritualisierungen in der Sozialen Arbeit. Spiegelungen eines Workshops, in: Benedikt Kranemann/Helmut Schwier (Hrsg.), Miteinander – Füreinander. Zum Verhältnis von Liturgie und Diakonie in den Gemeinden. Eine Orientierungshilfe. Im Auftrag der Liturgischen Konferenz der EKD, Gütersloh 2025, 194–206.

Digitalität und Gottesdienst (AG Liturgische Konferenz)

Gottesdienst. In Corona wurde einem Brennglas gleich sichtbar, wie auch der Gottesdienst sich digital ereignet und mit Hilfe unterschiedlicher digitaler Infrastrukturen erarbeitet wird. Insbesondere die Large Language Models ermöglichen dabei ganz neue Formen der Gottesdienstvorbereitung und der Gottesdienstfeier (wie der KI-Gottesdienst zum Kirchentag zeigte). Im Zuge dessen verändert sich auch wesentlich die Arbeit liturgischer Ausschüsse, denn die klassische Agende verliert zusehends an Bedeutung, nicht aber die darin eingelassenen theologischen Grundstrukturen. In diesem Unterausschuss der Liturgischen Konferenz überlegen wir, welche Zukunft agendarische Arbeit in Zeiten von KI hat. Konkret entwickeln wir einen KI-Bot, der durch eine spezifische Programmierung (Datenbankstruktur und also eine Retrievel Augmented Generation sowie ein Pre-Training [GPT]) einerseits an gottesdiensttheologische Traditionen anknüpft, zugleich aber an auf spezifische Prompts hin Gottesdienstentwürfe, Gebete oder Abendmahlsliturgien erstellen kann. Eine Testinstanz fürs methodistische Abendmahl existiert bereits und kann hier getestet werden.

Pastorale Teamarbeit – regionale Kooperation und Interprofessionalität

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche hat in den letzten Jahren einen großen Reformprozess durchgeführt. Teil dieses Reformprozesses bestand in der Bildung von regionalen Einheiten (Großbezirke), in denen Pastor:innen nun in (interprofessionellen) Teams zusammenarbeiten. Im kommenden Jahr ist die Bildung eines empirischen Projekts geplant, das diese Teambildung und Teamkooperation untersucht. Welche Rollen werden dabei wie besetzt? Wo gelingt die Kooperation? Wo entstehen Reibung und Konflikte? Welche Bedeutung haben Ehrenamtliche in diesen Leitungsteams?

 

Literatur:

Bühler, Maximilian: »Gemeinde« als Projektionsfläche für Hoffnung und Verlust. Kirchentheoretische Erkundungen zur Funktion von »Gemeinde« im Kirchenreformprozess der EmK, in: ThFPr 50 (2025), 174–204.

Bühler, Maximilian: Impulse der Holokratie für eine partizipativ geleitete Kirche? Kritische Diskussion einer Managementmode, in: Cursor_ Zeitschrift für Explorative Theologie (2025), URL: doi.org/10.21428/fb61f6aa.1e42ba96.

Portrait von Prof. Dr. Maximilian Bühler © Privat
Prof. Dr. Maximilian Bühler

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