Das Kunst-am-Bau-Projekt „Inter-Faces“
Das Kunst-am-Bau-Projekt „Inter-Faces“ an der Theologischen Hochschule Reutlingen basiert auf einer einzigartigen Verbindung von Kreativität, Gemeinschaft und partizipativer Gestaltung. Ziel des Projekts war es, die dynamische und diverse Gemeinschaft der Hochschule mit künstlerischen Mitteln sichtbar zu machen und erlebbar zu gestalten.
Ein partizipatives Projekt: Um die Menschen und die besondere Atmosphäre der Hochschule authentisch einzufangen, nahm die Künstlerin Janina Röhrich an verschiedenen Veranstaltungen teil. Sie besuchte eine Vorlesung, war Teil von Kaffeepausen und nahm an einem Gottesdienst teil und hatte dabei die Gelegenheit, Menschen direkt vor Ort zu porträtieren. Diese Begegnungen waren zentral, da sie es ermöglichten, mit den Beteiligten in Kontakt zu treten und sich von ihrer Persönlichkeit und der Umgebung inspirieren zu lassen.
Die Porträts wurden mit der Technik des „Blind Contour Drawings“ erstellt, bei der der Stift nicht abgesetzt wird und der Blick während des Zeichnens auf das Modell gerichtet bleibt. Diese Technik fordert dazu heraus, die andere Person genau zu betrachten und sich intensiv mit ihren Merkmalen auseinanderzusetzen. Dadurch entstand nicht nur eine besondere Form von Nähe, sondern auch eine spielerische, oft humorvolle Dynamik, die das Zeichnen zu einem gemeinsamen Erlebnis machte.
Darüber hinaus tragen die durchgehenden Linien der Zeichnungen eine tiefere symbolische Bedeutung: Sie stehen für die Verbindungen zwischen den Menschen, die ununterbrochen und beständig sind. Die Überschneidungen der Linien, die in den Zeichnungen entstehen, visualisieren die Schnittpunkte des Lebens und der Gemeinschaft – genau darauf bezieht sich der Titel „Inter-Faces“.
Aus insgesamt 50 verschiedenen Porträts, die im Umfeld der Hochschule entstanden, wurde eine digitale Komposition entwickelt, die die Schnittpunkte und das bunte Miteinander der Gemeinschaft visualisiert. Diese Komposition wurde als Motiv für einen individuell gestalteten Teppich verwendet, der die Bibliothek der Hochschule bereichert. Der Teppich dient als Symbol für die Verbundenheit der Menschen an der Hochschule und lädt dazu ein, sich hinzusetzen, Verbindung zu schaffen und einander offen wahrzunehmen.
„Inter-Faces“ ist mehr als nur ein Kunstwerk – es ist eine Hommage an die Gemeinschaft, die Vielfalt und das Miteinander, das die Theologische Hochschule Reutlingen so besonders macht. Es verbindet künstlerische Gestaltung mit sozialem Engagement und schafft einen Raum, in dem Menschen aufeinander zugehen und sich begegnen können.