Studium Generale

Themen, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert

Studium Generale - Eintritt frei

Seit einigen Jahren bietet die Theologische Hochschule Reutlingen gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen, der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg - Campus Reutlingen, der evangelisch-katholischen Hochschulgemeinde und Campus Reutlingen e.V. Vorlesungsreihen zu Themen an, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert.

Demokratie in Zeiten von Corona

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Der Vortrag steht nun online zur Verfügung.

 

Der Mensch und die Corona-Pandemie: Wer sind wir? Wer wollen wir sein?

Philosophisch-theologische Überlegungen

Die öffentliche Diskussion über die Corona-Pandemie wird von der Virologie und der Epidemiologie, von der Medizin, der Ökonomie, von der Wirtschaft und natürlich von der Politik und den Maßnahmen der Exekutive beherrscht. Sie bewegt sich fast ausschließlich auf der Ebene des Handelns und auf der moralischen Ebene der Verantwortlichkeit dieses Handelns.

Aber was bedeutet die Bedrohung durch die Pandemie mit ihren Ungewissheiten und den Blicken ins Nichts eigentlich für das Selbstverständnis des Menschen? Wer sind wir und was wollen wir sein angesichts der neuen Erfahrung von Unverfügbarkeit und der damit verbundenen existenziellen Ängste?

Diese grundlegenden Fragen wurden aus philosophischer und theologischer Perspektive in den Blick genommen.

Dr. Stephan von Twardowski, Christof Voigt
Dr. Stephan von Twardowski
ist Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen.
Christof Voigt
ist Professor für Philosophie und biblische Sprachen an der Theologischen Hochschule Reutlingen.
Flyer Studium Generale 2020/21

Der aktuelle Flyer 
als pdf-Datei zum Herunterladen.

Termine im Wintersemester 2020/21

Das aktuelle Programm als pdf-Datei zum Herunterladen.

 

Mittwoch, 4. November 2020, 18.15 Uhr
Das Corona-Wörterbuch
Über die Macht der Sprache in politischen Debatten

Dr. Eric Wallis

Als Video auf dem THR-YouTube-Kanal

Lesen Sie hier den Bericht über den Vortrag.

Mittwoch, 18. November 2020, 18.15 Uhr
Schulterschluss einer neuen politischen Rechten in Zeiten von Corona?
Hans Probst
Als Video auf dem THR-YouTube-Kanal

Lesen Sie hier den Bericht über den Vortrag.

Mittwoch, 25. November 2020, 18.15 Uhr
Wo war/ist die Kirche in der Corona-Krise?
Prälatin Gabriele Arnold
Als Video auf dem THR-YouTube-Kanal

Lesen Sie hier den Bericht über den Vortrag.

Mittwoch, 9. Dezember 2020, 18.15 Uhr
Führung in der (Corona)-Krise

Prof. Dr. jur. Bernd E. Banke
Als Video auf dem THR-YouTube-Kanal

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 18.15 Uhr
Der Mensch und die Corona-Pandemie: Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Philosophisch-theologische Überlegungen

Prof. Dr. Stephan von Twardowski
Prof. Christof Voigt
Als Video auf dem THR-YouTube-Kanal

 

* Die Zoom-Accounts werden von der Hochschule Reutlingen und der EH Ludwigsburg zur Verfügung gestellt.

Rückblick

Am Mittwoch den 04. Juli 2018 sprach Bischof Martin Hein an unserer Hochschule zum Thema:

„Glauben wir an denselben Gott? – Zur Gottesvorstellung in Christentum und Islam"

Hier können Sie den Vortrag nachhören (48:05, 23 MB).

Manchmal ist es der Islam, der die aufgeklärte westliche Welt daran erinnert, dass Religion das Leben von Menschen bestimmen kann. So begegnen sich in Christentum und Islam ganz verschiedene Welten. Das geschieht im globalen Maßstab ebenso wie auf der lokalen Ebene. Schon an einer einfachen Frage scheiden sich die Geister: Ist der Gott von Christen und Muslimen ein und derselbe? Wie kann darüber eigentlich befunden werden? Und kann über so etwas wie Gott überhaupt rational und aus der Distanz gesprochen werden? Über diese grundlegenden Fragen spricht Bischof Martin Hein.

Prof. Dr. Martin Hein
Prof. Dr. Martin Hein
ist seit 2000 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und seit 2014 Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Bericht zum Studium Generale im Wintersemester 2016/17 „Verantwortung für die Gesellschaft“

"Geld und Entsolidarisierung hängen eng zusammen" war eine der aufrüttelnden Thesen des Theologen Prof. Dr. Ulrich Duchrow. Für die Juristin, Unternehmerin und Bestseller-Autorin Yvonne Hofstetter ist das Smartphone nicht ein Telefon, sondern ein Messgerät, das naive Menschen zur Vermessung ihrer eigenen Person freiwillig bei sich tragen.

Video vom Vortrag im November 2016

Aufzeichnung des Vortrags "Solidarisch Mensch werden" mit

  • Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Ines Fischer, Asylpfarrerin in der Evangelischen Prälatur Reutlingen

Solidarisch Mensch werden

Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow hat zum Thema "Solidarisch Mensch werden" referiert. Dabei nahm er das Thema Gerechtigkeit in einer globalen Perspektive unter die Lupe und entdeckte konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Frage, wie mit flüchtenden Menschen umzugehen sei. Dem Geld folge die Geldgier, der Kapitalismus sei ein schlechter Religionsersatz, der Neoliberalismus führe zu Entsolidarisierung, bilanzierte Duchrow höchst kritisch. Der das Leben zerstörende Klimawandel als Resultat menschlichen Wirtschaftens zwinge nun endgültig zur Umkehr. Das weltweite Aufwachen der Kirchen in diesen Existenzfragen hätten die Kirchen in Deutschland zunächst verschlafen, meinte der Theologe.

Seine Ausführungen wurden ergänzt durch die lokale Perspektive der Reutlinger Asylpfarrerin Ines Fischer. Die Hörerschar zeigte sich angetan davon, wie erfrischend und anregend ein vermeintlich altlinker Politjargon wirken kann.

Prof. Christof Voigt

Digitale Grundrechte

Die Big-Data-Spezialistin Yvonne Hofstetter aus München erläuterte in ihrem Vortrag, wie die globalen digitalen Medien-Unternehmen ungeheure Datenmengen sammeln und zusammenführen und so das Verhalten von Konsumenten nicht nur kennen, sondern nach ökonomischen Interessen auch steuern. Für diese Machtballung gebe es keinerlei rechtliche oder politische Legitimation. Nie hat ein Parlament darüber abgestimmt. Menschen machten einfach mit, weil sie sich kaum vollständig entziehen könnten, obwohl – so die Juristin Hofstetter – ein permanenter Konflikt mit den Grundrechten bestehe.

Für die Frage einer grünen Stadträtin aus der Nachbarstadt Tübingen, ob die digitalen Medien nicht auch einen Gewinn für die Demokratie bedeuten könnten, hatte die Referentin nur ein müdes Lächeln übrig und antwortete mit dem Titel ihres jüngsten Buches: Das Ende der Demokratie. Hoffnung sieht sie aber doch darin, dass nun endlich die große Politik auf diese entscheidenden Zukunftsfragen aufmerksam werde. Zusammen mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und anderen zivilgesellschaftlich Engagierten ist Yvonne Hofstetter an einem einmaligen Vorgang beteiligt: Erstmals wird Anfang Dezember eine Gesetzesvorlage zu digitalen Grundrechten direkt dem zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments vorgestellt. Gleichzeitig stoßen große Zeitungen eine Debatte über diese Fragen an.

Prof. Christof Voigt