Studium Generale

Themen, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert

Studium Generale - Eintritt frei

Seit einigen Jahren bietet die Theologische Hochschule Reutlingen gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen, der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg - Campus Reutlingen, der evangelisch-katholischen Hochschulgemeinde und Campus Reutlingen e.V. Vorlesungsreihen zu Themen an, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert.

ABGESAGT: Mittwoch, 22. April 2020, 19.00 Uhr
Hochschule Reutlingen, Geb. 17 Raum 015

Es sind doch nur Wörter – Sprache. Macht. Demokratie.

„Asyltourismus“, „Flüchtlingswelle“, „Bevölkerungsaus- tausch“ – das sind doch nur Wörter. Die Sprache hat jedoch eine nicht zu unterschätzende Macht auf unsere Wahrnehmungen und damit auf unsere Wirklichkeit.

Der Vortrag geht der Frage nach, welche Rolle die Sprache für den Erfolg politischer Denkmuster spielt. Unter ande- rem anhand von Beispielen aus der Flucht-Debatte der letzten Jahre wird veranschaulicht, welche Eigenschaften, Funktionsweisen und Wirkungen der Sprache dazu bei- tragen, dass Politiker und Politikerinnen - und letztlich wir alle – mit Sprache Macht ausüben können.

Wie ist das, was wir sagen und hören mit unserer Wahr- nehmung verknüpft? Wo endet Polemik und wo beginnen Manipulation und Hetze? Der Vortrag zeigt die Wirkungs- weise dieser Sprachstrategien und weist kommunikative Auswege.

Prof. Dr. Stephan Seiter
Dr. Eric Wallis
Sprachwissenschaftler und Kampagnenberater.
Er leitete bis 2018 das RAA-Regionalzentrum für demo- kratische Kultur gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Vorpommern-Greifswald und arbeitet jetzt für Greenpeace. Als @Wortgucker bloggt er über Sprache und politisches Framing.
Foto: Johannes Buldmann, RAA: Die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA)
Flyer Studium Generale 2020

Der aktuelle Flyer 
als pdf-Datei zum Herunterladen.

Termine im Sommersemester 2020

Mittwoch, 22.04.2020, 19.00 Uhr
ABGESAGT: Es sind doch nur Wörter – Sprache. Macht. Demokratie.
Dr. Eric Wallis: Sprachwissenschaftler und Kampagnenberater
Geb. 17 Raum 015, Hochschule Reutlingen, Alteburgstr. 150, Reutlingen

 

ABGESAGT: Montag, 27.04.2020, 19.00 Uhr
Deutschland vs. China
Wer gewinnt den wirtschaftlichen Wettkampf der Systeme
Podiumsdiskussion mit
Jun.-Prof. Dr. Matthias Niedenführ: Professor für Sinologie/ Wirtschaftsethik, Vize-Direktor des China Centrums Tübingen
Dr. Peter Sturm: Mitglied der politischen Redaktion der FAZ
Max J. Zenglein: Leiter des Programms Wirtschaft am Berliner Mercator Institut für China-Studien (MERICS)
Moderation: Dr. Andrea Despot, Leiterin der Europäischen Akademie Berlin

 

Mittwoch, 13.05.2020, 19.00 Uhr
ABGESAGT: Demokratiebildung in Kindertageseinrichtungen
Von Anfang an Mitbestimmen, Mitentscheiden, Mithandeln
Prof. Jo Jerg: Leiter und Studiengangsleiter der Außenstelle der EH Ludwigsburg auf dem Campus Reutlingen 
Geb. 17 Raum 015, Hochschule Reutlingen, Alteburgstr. 150, Reutlingen

 

Mittwoch, 27.05.2020, 19.00 Uhr
ABGESAGT: Kirche in der Demokratie – Demokratie in der Kirche ?!
Gabriele Arnold: Prälatin (Regionalbischöfin) in Stuttgart
Geb. 17 Raum 015, Hochschule Reutlingen, Alteburgstr. 150, Reutlingen

 

Am Mittwoch den 04. Juli 2018 sprach Bischof Martin Hein an unserer Hochschule zum Thema:

„Glauben wir an denselben Gott? – Zur Gottesvorstellung in Christentum und Islam"

Hier können Sie den Vortrag nachhören (48:05, 23 MB).

Manchmal ist es der Islam, der die aufgeklärte westliche Welt daran erinnert, dass Religion das Leben von Menschen bestimmen kann. So begegnen sich in Christentum und Islam ganz verschiedene Welten. Das geschieht im globalen Maßstab ebenso wie auf der lokalen Ebene. Schon an einer einfachen Frage scheiden sich die Geister: Ist der Gott von Christen und Muslimen ein und derselbe? Wie kann darüber eigentlich befunden werden? Und kann über so etwas wie Gott überhaupt rational und aus der Distanz gesprochen werden? Über diese grundlegenden Fragen spricht Bischof Martin Hein.

Prof. Dr. Martin Hein
Prof. Dr. Martin Hein
ist seit 2000 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und seit 2014 Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Bericht zum Studium Generale im Wintersemester 2016/17 „Verantwortung für die Gesellschaft“

"Geld und Entsolidarisierung hängen eng zusammen" war eine der aufrüttelnden Thesen des Theologen Prof. Dr. Ulrich Duchrow. Für die Juristin, Unternehmerin und Bestseller-Autorin Yvonne Hofstetter ist das Smartphone nicht ein Telefon, sondern ein Messgerät, das naive Menschen zur Vermessung ihrer eigenen Person freiwillig bei sich tragen.

Video vom Vortrag im November 2016

Aufzeichnung des Vortrags "Solidarisch Mensch werden" mit

  • Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Ines Fischer, Asylpfarrerin in der Evangelischen Prälatur Reutlingen

Solidarisch Mensch werden

Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow hat zum Thema "Solidarisch Mensch werden" referiert. Dabei nahm er das Thema Gerechtigkeit in einer globalen Perspektive unter die Lupe und entdeckte konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Frage, wie mit flüchtenden Menschen umzugehen sei. Dem Geld folge die Geldgier, der Kapitalismus sei ein schlechter Religionsersatz, der Neoliberalismus führe zu Entsolidarisierung, bilanzierte Duchrow höchst kritisch. Der das Leben zerstörende Klimawandel als Resultat menschlichen Wirtschaftens zwinge nun endgültig zur Umkehr. Das weltweite Aufwachen der Kirchen in diesen Existenzfragen hätten die Kirchen in Deutschland zunächst verschlafen, meinte der Theologe.

Seine Ausführungen wurden ergänzt durch die lokale Perspektive der Reutlinger Asylpfarrerin Ines Fischer. Die Hörerschar zeigte sich angetan davon, wie erfrischend und anregend ein vermeintlich altlinker Politjargon wirken kann.

Prof. Christof Voigt

Digitale Grundrechte

Die Big-Data-Spezialistin Yvonne Hofstetter aus München erläuterte in ihrem Vortrag, wie die globalen digitalen Medien-Unternehmen ungeheure Datenmengen sammeln und zusammenführen und so das Verhalten von Konsumenten nicht nur kennen, sondern nach ökonomischen Interessen auch steuern. Für diese Machtballung gebe es keinerlei rechtliche oder politische Legitimation. Nie hat ein Parlament darüber abgestimmt. Menschen machten einfach mit, weil sie sich kaum vollständig entziehen könnten, obwohl – so die Juristin Hofstetter – ein permanenter Konflikt mit den Grundrechten bestehe.

Für die Frage einer grünen Stadträtin aus der Nachbarstadt Tübingen, ob die digitalen Medien nicht auch einen Gewinn für die Demokratie bedeuten könnten, hatte die Referentin nur ein müdes Lächeln übrig und antwortete mit dem Titel ihres jüngsten Buches: Das Ende der Demokratie. Hoffnung sieht sie aber doch darin, dass nun endlich die große Politik auf diese entscheidenden Zukunftsfragen aufmerksam werde. Zusammen mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und anderen zivilgesellschaftlich Engagierten ist Yvonne Hofstetter an einem einmaligen Vorgang beteiligt: Erstmals wird Anfang Dezember eine Gesetzesvorlage zu digitalen Grundrechten direkt dem zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments vorgestellt. Gleichzeitig stoßen große Zeitungen eine Debatte über diese Fragen an.

Prof. Christof Voigt