Studium Generale - Eintritt frei

Seit einigen Jahren bietet die Theologische Hochschule Reutlingen gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen, der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg - Campus Reutlingen, der evangelisch-katholischen Hochschulgemeinde und Campus Reutlingen e.V. Vorlesungsreihen zu Themen an, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert.

 

Mittwoch, 29. Mai 2019, 18.15 Uhr
Theologische Hochschule Reutlingen, Aula

Künstliche Intelligenz und Diagnostik

Wie Algorithmen die Netzhaut des Auges entschlüsseln

In den letzten Jahren hat die Künstliche Intelligenz rasante Fortschritte insbesondere im Bereich des Computersehens und des maschinellen Lernens erzielt. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass das Interesse an der Verwendung solcher Algorithmen zur automatisierten Diagnostik in der Medizin gestiegen ist. Zukünftig könnte das insbesondere die Standardisierung und Objektivierung diagnostischer Entscheidungen vereinfachen und damit Ärztinnen und Ärzte bei schwierigen Diagnose-Entscheidungen unterstützen.
Philipp Berens diskutiert in seinem Vortrag aktuelle Fortschritte und Einsatzfelder von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Dabei zeigt er, dass viele Algorithmen zentrale Forschungsfragen für den Einsatz in der Praxis nicht adressieren. Zusätzlich beleuchtet er KI-Systeme in der Medizin aus ethischer Perspektive.

Prof. Dr. rer. nat. Philipp Berens
Prof. Dr. rer. nat. Philipp Berens 
ist Professor für „Data Science in der Sehforschung“ am Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Medizinischen Fakultät Tübingen. Mit seiner
Forschungsgruppe arbeitet er daran, maschinelle Lernalgorithmen für die klinische Diagnostik bei Augenerkrankungen zu entwickeln. Gemeinsam mit
Prof. Dr. Ulrike von Luxburg ist Berens Sprecher des Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen in der Wissenschaft“ an der Universität Tübingen.
Foto: Friedhelm Albrecht, Uni Tübingen

Termine im Sommersemester 2019

Deckblatt Flyer Studium Generale 2019

Das aktuelle Programm als pdf-Datei zum Herunterladen.

 

Mittwoch, 27. März 2019, 19.00 Uhr
Filter Bubble: „Ich bau dir die Welt, wie sie dir gefällt“ - Spalten digitale Parallelwelten unsere Gesellschaft?
Podiumsdiskussion mit Janina Ernst, Holger Geißler, Gerhard Märtterer, Ann Cathrin Riedel, Prof. Dr. Wolfgang Schweiger
Ort: Hochschule Reutlingen, Aula/Gebäude 6

 

Mittwoch, 8. Mai 2019, 18.15 Uhr
Und was wird aus uns? Künstliche Intelligenz und das Selbstverständnis des Menschen
Prof. Stephan von Twardowski
Ort: Theologische Hochschule Reutlingen, Aula

 

Mittwoch, 15. Mai 2019, 18.15 Uhr
Algorithmen – Vertrauenswürdige Helfer in Notlagen? Künstliche Intelligenz in der Sozialen Arbeit
Prof. Dr. phil. Björn Görder
Ort: Theologische Hochschule Reutlingen, Aula

 

Mittwoch, 29. Mai 2019, 18.15 Uhr
Künstliche Intelligenz und Diagnostik - Wie Algorithmen die Netzhaut des Auges entschlüsseln
Prof. Dr. rer. nat. Philipp Berens
Ort: Theologische Hochschule Reutlingen, Aula

Am Mittwoch den 04. Juli 2018 sprach Bischof Martin Hein an unserer Hochschule zum Thema:

„Glauben wir an denselben Gott? – Zur Gottesvorstellung in Christentum und Islam"

Hier können Sie den Vortrag nachhören (48:05, 23 MB).

Manchmal ist es der Islam, der die aufgeklärte westliche Welt daran erinnert, dass Religion das Leben von Menschen bestimmen kann. So begegnen sich in Christentum und Islam ganz verschiedene Welten. Das geschieht im globalen Maßstab ebenso wie auf der lokalen Ebene. Schon an einer einfachen Frage scheiden sich die Geister: Ist der Gott von Christen und Muslimen ein und derselbe? Wie kann darüber eigentlich befunden werden? Und kann über so etwas wie Gott überhaupt rational und aus der Distanz gesprochen werden? Über diese grundlegenden Fragen spricht Bischof Martin Hein.

Prof. Dr. Martin Hein
Prof. Dr. Martin Hein
ist seit 2000 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und seit 2014 Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Bericht zum Studium Generale im Wintersemester 2016/17 „Verantwortung für die Gesellschaft“

"Geld und Entsolidarisierung hängen eng zusammen" war eine der aufrüttelnden Thesen des Theologen Prof. Dr. Ulrich Duchrow. Für die Juristin, Unternehmerin und Bestseller-Autorin Yvonne Hofstetter ist das Smartphone nicht ein Telefon, sondern ein Messgerät, das naive Menschen zur Vermessung ihrer eigenen Person freiwillig bei sich tragen.

Video vom Vortrag im November 2016

Aufzeichnung des Vortrags "Solidarisch Mensch werden" mit

  • Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Ines Fischer, Asylpfarrerin in der Evangelischen Prälatur Reutlingen

Solidarisch Mensch werden

Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow hat zum Thema "Solidarisch Mensch werden" referiert. Dabei nahm er das Thema Gerechtigkeit in einer globalen Perspektive unter die Lupe und entdeckte konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Frage, wie mit flüchtenden Menschen umzugehen sei. Dem Geld folge die Geldgier, der Kapitalismus sei ein schlechter Religionsersatz, der Neoliberalismus führe zu Entsolidarisierung, bilanzierte Duchrow höchst kritisch. Der das Leben zerstörende Klimawandel als Resultat menschlichen Wirtschaftens zwinge nun endgültig zur Umkehr. Das weltweite Aufwachen der Kirchen in diesen Existenzfragen hätten die Kirchen in Deutschland zunächst verschlafen, meinte der Theologe.

Seine Ausführungen wurden ergänzt durch die lokale Perspektive der Reutlinger Asylpfarrerin Ines Fischer. Die Hörerschar zeigte sich angetan davon, wie erfrischend und anregend ein vermeintlich altlinker Politjargon wirken kann.

Prof. Christof Voigt

Digitale Grundrechte

Die Big-Data-Spezialistin Yvonne Hofstetter aus München erläuterte in ihrem Vortrag, wie die globalen digitalen Medien-Unternehmen ungeheure Datenmengen sammeln und zusammenführen und so das Verhalten von Konsumenten nicht nur kennen, sondern nach ökonomischen Interessen auch steuern. Für diese Machtballung gebe es keinerlei rechtliche oder politische Legitimation. Nie hat ein Parlament darüber abgestimmt. Menschen machten einfach mit, weil sie sich kaum vollständig entziehen könnten, obwohl – so die Juristin Hofstetter – ein permanenter Konflikt mit den Grundrechten bestehe.

Für die Frage einer grünen Stadträtin aus der Nachbarstadt Tübingen, ob die digitalen Medien nicht auch einen Gewinn für die Demokratie bedeuten könnten, hatte die Referentin nur ein müdes Lächeln übrig und antwortete mit dem Titel ihres jüngsten Buches: Das Ende der Demokratie. Hoffnung sieht sie aber doch darin, dass nun endlich die große Politik auf diese entscheidenden Zukunftsfragen aufmerksam werde. Zusammen mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und anderen zivilgesellschaftlich Engagierten ist Yvonne Hofstetter an einem einmaligen Vorgang beteiligt: Erstmals wird Anfang Dezember eine Gesetzesvorlage zu digitalen Grundrechten direkt dem zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments vorgestellt. Gleichzeitig stoßen große Zeitungen eine Debatte über diese Fragen an.

Prof. Christof Voigt