Studium Generale - Eintritt frei

Seit einigen Jahren bietet die Theologische Hochschule Reutlingen gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen, der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg - Campus Reutlingen, der evangelisch-katholischen Hochschulgemeinde und Campus Reutlingen e.V. Vorlesungsreihen zu Themen an, die die Gesellschaft aktuell und oft kontrovers diskutiert.

Mittwoch, 13. November 2019, 18.15 Uhr
Theologische Hochschule Reutlingen, Aula

Democracy for Future – Junge Menschen gestalten Politik

Immer wieder freitags gehen junge Menschen couragiert auf die Straße und demonstrieren für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Seit sich Greta Thunberg erstmals aus Protest vor ein schwedisches Regierungsgebäude setzte, hat sich „Fridays for Future“ zu einer weltweiten Massenbewegung mit politischem Gewicht entwickelt.
Junge Menschen, die teilweise noch nicht wahlberechtigt sind, finden neue Wege, um aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen. So entwerfen Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Staat und regieren ihn erfolgreich, wie am Tübinger Uhland-Gymnasium. Aber auch Studierende schalten sich in die Gestaltung von Studium und Lehre ein und integrieren damit gesellschaftsrelevante Themen von morgen in ihre Ausbildung.
Was treibt junge Menschen zu ihrem Engagement? Wie ist ihr Demokratieverständnis und welche Forderungen haben sie an die Politik? Entstehen gerade neue Trends und Formen der demokratischen Beteiligung – sowohl online als auch offline? In dieser Podiumsdiskussion werden junge Polit-Engagierte darüber diskutieren.

Flyer Studium Generale 2019/20

Der aktuelle Flyer 
als pdf-Datei zum Herunterladen.

Termine im Wintersemester 2019/20

Mittwoch, 16.10.2019, 18.15 Uhr
„Europas Demokratie in Gefahr? Das Beispiel Polen“
Rafal Dutkiewicz, Universitätsdozent, ehemaliger Oberbürgermeister von Breslau
Hörsaal 9-040, Hochschule Reutlingen, Alteburgstr. 150, Reutlingen

Lesen Sie den Bericht über den Vortrag.

 

Mittwoch, 6.11.2019, 18.15 Uhr
„Bürger beteiligt euch!“
Dr. Ulrike Baumgärtner, Referentin für Ethik und Nachhaltigkeit
Aula, Theologische Hochschule Reutlingen, Friedrich-Ebert-Str. 31, Reutlingen

Lesen Sie den Bericht über den Vortrag.

 

Mittwoch, 13.11.2019, 18.15 Uhr
„Democracy for Future – Junge Menschen gestalten Politik“
Podiumsdiskussion – Schüler*innen und Studierende zeigen neue Wege des Polit-Engagements
Aula, Theologische Hochschule Reutlingen, Friedrich-Ebert-Str. 31, Reutlingen

 

Mittwoch, 20.11.2019, 18.15 Uhr
„Digital und global, aber auch gerecht?“
Prof. Dr. Stephan Seiter, Fakultät ESB Business School
Hörsaal 9-040, Hochschule Reutlingen, Alteburgstr. 150, Reutlingen

 

Mittwoch, 27.11.2019, 18.15 Uhr
„Wer gehört zum „Demos“ in der Demokratie?“
Prof. Dr. Gabriele Abels, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen
Aula, Theologische Hochschule Reutlingen, Friedrich-Ebert-Str. 31, Reutlingen

Am Mittwoch den 04. Juli 2018 sprach Bischof Martin Hein an unserer Hochschule zum Thema:

„Glauben wir an denselben Gott? – Zur Gottesvorstellung in Christentum und Islam"

Hier können Sie den Vortrag nachhören (48:05, 23 MB).

Manchmal ist es der Islam, der die aufgeklärte westliche Welt daran erinnert, dass Religion das Leben von Menschen bestimmen kann. So begegnen sich in Christentum und Islam ganz verschiedene Welten. Das geschieht im globalen Maßstab ebenso wie auf der lokalen Ebene. Schon an einer einfachen Frage scheiden sich die Geister: Ist der Gott von Christen und Muslimen ein und derselbe? Wie kann darüber eigentlich befunden werden? Und kann über so etwas wie Gott überhaupt rational und aus der Distanz gesprochen werden? Über diese grundlegenden Fragen spricht Bischof Martin Hein.

Prof. Dr. Martin Hein
Prof. Dr. Martin Hein
ist seit 2000 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und seit 2014 Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Bericht zum Studium Generale im Wintersemester 2016/17 „Verantwortung für die Gesellschaft“

"Geld und Entsolidarisierung hängen eng zusammen" war eine der aufrüttelnden Thesen des Theologen Prof. Dr. Ulrich Duchrow. Für die Juristin, Unternehmerin und Bestseller-Autorin Yvonne Hofstetter ist das Smartphone nicht ein Telefon, sondern ein Messgerät, das naive Menschen zur Vermessung ihrer eigenen Person freiwillig bei sich tragen.

Video vom Vortrag im November 2016

Aufzeichnung des Vortrags "Solidarisch Mensch werden" mit

  • Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Ines Fischer, Asylpfarrerin in der Evangelischen Prälatur Reutlingen

Solidarisch Mensch werden

Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow hat zum Thema "Solidarisch Mensch werden" referiert. Dabei nahm er das Thema Gerechtigkeit in einer globalen Perspektive unter die Lupe und entdeckte konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Frage, wie mit flüchtenden Menschen umzugehen sei. Dem Geld folge die Geldgier, der Kapitalismus sei ein schlechter Religionsersatz, der Neoliberalismus führe zu Entsolidarisierung, bilanzierte Duchrow höchst kritisch. Der das Leben zerstörende Klimawandel als Resultat menschlichen Wirtschaftens zwinge nun endgültig zur Umkehr. Das weltweite Aufwachen der Kirchen in diesen Existenzfragen hätten die Kirchen in Deutschland zunächst verschlafen, meinte der Theologe.

Seine Ausführungen wurden ergänzt durch die lokale Perspektive der Reutlinger Asylpfarrerin Ines Fischer. Die Hörerschar zeigte sich angetan davon, wie erfrischend und anregend ein vermeintlich altlinker Politjargon wirken kann.

Prof. Christof Voigt

Digitale Grundrechte

Die Big-Data-Spezialistin Yvonne Hofstetter aus München erläuterte in ihrem Vortrag, wie die globalen digitalen Medien-Unternehmen ungeheure Datenmengen sammeln und zusammenführen und so das Verhalten von Konsumenten nicht nur kennen, sondern nach ökonomischen Interessen auch steuern. Für diese Machtballung gebe es keinerlei rechtliche oder politische Legitimation. Nie hat ein Parlament darüber abgestimmt. Menschen machten einfach mit, weil sie sich kaum vollständig entziehen könnten, obwohl – so die Juristin Hofstetter – ein permanenter Konflikt mit den Grundrechten bestehe.

Für die Frage einer grünen Stadträtin aus der Nachbarstadt Tübingen, ob die digitalen Medien nicht auch einen Gewinn für die Demokratie bedeuten könnten, hatte die Referentin nur ein müdes Lächeln übrig und antwortete mit dem Titel ihres jüngsten Buches: Das Ende der Demokratie. Hoffnung sieht sie aber doch darin, dass nun endlich die große Politik auf diese entscheidenden Zukunftsfragen aufmerksam werde. Zusammen mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und anderen zivilgesellschaftlich Engagierten ist Yvonne Hofstetter an einem einmaligen Vorgang beteiligt: Erstmals wird Anfang Dezember eine Gesetzesvorlage zu digitalen Grundrechten direkt dem zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments vorgestellt. Gleichzeitig stoßen große Zeitungen eine Debatte über diese Fragen an.

Prof. Christof Voigt