17.08.2018

Die THR auf der Tagung der Societas Homiletica an der Duke University

Anfang August tagten rund 75 Mitglieder der Societas Homiletica, einer internationalen, wissenschaftlichen Vereinigung von Predigtlehrer*innen und Predigtforscher*innen, an der Duke University in Durham/North Carolina. Das Thema der Tagung lautete "Fearing God in a Fear-Filled World? Homiletical Explorations" (Gott fürchten in einer Welt voller Angst? Homiletische Erkundungen).

Biblisch gesehen ist die Gottesfurcht der Anfang der Weisheit (Ps 111,10; Spr. 9,10 u.a.). In Vorträgen und Workshops wurde intensiv und kontrovers darüber nachgedacht, wie angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zum Thema Gottesfurcht (oder Ehrfurcht vor Gott) gepredigt werden kann, ohne auf gesetzliche Weise Angst von der Kanzel herab zu erzeugen. Eine Einsicht auf der Tagung war, dass recht verstandene und verkündigte Gottesfurcht menschliche Ängste lindern und zu christlichem Engagement ermutigen kann.

Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wurde das Thema auch in Gottesdiensten und auf Exkursionen vertieft. Die Theologische Hochschule Reutlingen war durch Professor Dr. Holger Eschmann vertreten, der seit über 20 Jahren zu den Mitgliedern der Societas Homiletica zählt. Tagungsort war dieses Mal die Duke Divinity School der Duke University, einer der Partnerhochschulen der Theologischen Hochschule Reutlingen.

16.08.2018

Neuster Beitrag von Prof. Achim Härtner im aktuellen „Handbuch Konfirmandenarbeit“

Für das „Handbuch Konfirmandenarbeit“ hat Achim Härtner, Professor für Praktische Theologie, gemeinsam mit Superintendent Tobias Beißwenger den Beitrag „Konfirmandenarbeit in den evangelischen Freikirchen: Religionspädagogische Grundlagen – Lehrmaterialien – empirische Einblicke“ verfasst.

Das Handbuch kann als „Standardwerk zur Konfirmandenarbeit“ bezeichnet werden und gibt umfassend, praxisnah und verständlich Orientierung auf einem wichtigen Arbeitsfeld der Kirche.

Es erscheint alle 20 Jahre neu - am 27. August ist es wieder soweit.

Mehr Infos und zur online-Bestellung.

10.08.2018

Die THR im Austausch mit methodistischen Theologen aus der ganzen Welt in London

Dr. Ulrike Schuler, Professorin für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik, nimmt seit heute an zwei parallelen Konferenzen in London teil, um sich mit methodistischen Theologen aus der ganzen Welt auszutauschen.

Sie vertritt die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) am 10. und 11. August an der Konferenz der MTSE (Methodist-related Theological Schools in Europe) und nimmt als europäische Beraterin vom 10. – 12. August an der IAMSCU (International Association of Methodist Schools, Colleges, and Universities) teil, zu der Hochschulvertreter*innen aus der ganzen Welt gekommen sind. Beide Veranstaltungen finden am Southlands College der Roehampton Universität in London statt.

Anschließend wird sie vom 12. – 19. August am Oxford Institute teilnehmen und einen der drei Impulsvorträge bei der Eröffnungs-Podiumsdiskussion am 12. August halten.

02.08.2018

Weltrat Methodistischer Kirchen traf sich Mitte Juli in Seoul

Prof. Dr. Ulrike Schuler vertrat die Theologische Hochschule an dieser Tagung

Ulrike Schuler ist Mitglied des Komitees für Bildungsarbeit im Weltrat und stellte den Abschlussbericht des fünfjährigen Dialogs zwischen dem Baptistischen Weltbund und dem Weltrat Methodistischer Kirchen vor.

Dieser wurde, wie schon zuvor vom Baptistischen Weltbund, nun auch auf methodistischer Seite angenommen.

In den fünf Jahren hatten die Vertreter*innen der beiden Kirchen ihre Ergebnisse zur Geschichte und dem Erbe der beiden kirchlichen Traditionen, sowie die Stellung der Kirchen zur Rechtfertigungs- und Heiligungslehre, Taufe, Gottesdienst und Mission in einem Bericht zusammengefasst. Abschließend formulierten sie konkrete Empfehlungen für die weitere ökumenische Zusammenarbeit der beiden Kirchen, die nun umgesetzt werden sollen. Parallel zum Dialogbericht hat Ulrike Schuler zusammen mit einer baptistischen Kollegin einen Studienführer für Gemeinde- und Weiterbildungsarbeit verfasst.

11.07.2018

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

Bericht von Prof. Christof Voigt zum Vortrag von Bischof Martin Hein am 4. Juli 2018

"Ja, aber…"

So antwortete Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, in einem Vortrag am 4. Juli in der Theologischen Hochschule Reutlingen auf die Frage, ob Muslime und Christen und auch Juden an denselben Gott glauben. Die Frage nach Gott ist eine Kernfrage der Theologie. Das ist klar. Da die Beantwortung der Frage zur gesellschaftlichen Befriedung beitragen kann, ist sie zugleich eine höchst politische Frage. Ja, meint Bischof Hein, wir glauben an denselben Gott. Wir beten zu demselben Gott. Aber wir tun es auf verschiedene und - was Christen und Islam angeht - auf sich gegenseitig ausschließende Weise.

Bischof Hein hob zunächst die bedeutende Rolle der Theologie hervor, die auch für eine gesellschaftliche Debatte über Religion unverzichtbar sei. Das hört man in der Theologischen Hochschule Reutlingen natürlich gerne. Dabei setzte sich die Hörerschar vor allem aus dem akademischen und dem kirchlichen Umfeld und der Reutlinger Öffentlichkeit zusammen: Viele hatten sich zu dem Vortrag im Rahmen des studium generale der drei Reutlinger Hochschulen auf den Weg gemacht.

Der Frage nach Gott in den monotheistischen Religionen könnte man sich über abstrakte philosophische Betrachtungen nähern, wie es einst Lessing mit seinem Nathan tat. Hein jedoch ging ganz im Sinne des christlichen Glaubens von religiöser Erfahrung, vor allem vom Gebet, und der darauf folgenden Bekenntnisbildung aus. Interessant ist, dass die Theologen in der Reformationszeit im 16. Jahrhundert zwar einen Wettstreit zwischen Koran und Bibel gesehen haben, ihnen der Monotheismus - der Glaube an den einen Gott - aber als verbindendes Element zwischen den Religionen galt. Die Frage, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben, ist also aus christlicher Sicht eine relativ junge Frage!

Wo sieht Hein dann die Grenzen der Gemeinsamkeit? Wie kommt er zu dem erwähnten "aber"? Wo es um ein gemeinsames Beten von gemeinsam erarbeiteten Texten geht, pflegt er Zurückhaltung. Solches interreligiöse Beten markiere eine Grenze, die nur in Ausnahmefällen (etwa bei gemeinsam erlittenen Katastrophen) überschritten werden solle. Eine Brücke des Zusammenkommens könne die Anrufung Gottes als des Barmherzigen sein. Die eigene Identität dürfe dabei nicht aufgegeben werden.

Auch am Ende des Vortrages stand die Aufforderung, Theologie zu treiben. Der christliche Gottesbegriff könne gerade durch die anspruchsvolle Vorstellung der dynamischen Dreieinigkeit einen Raum für das interreligiöse Gespräch eröffnen. Theologie übe das Unterscheidungsvermögen und die Offenheit in der Auslegung der heiligen Texte von innen her und sei zur öffentlichen Rechenschaft nach außen aufgefordert - in der Mitverantwortung für gesellschaftliche Befriedung.

Gespräche im Umfeld der Veranstaltung, an der durch glückliche Umstände auch Bischof Dr. Patrick Streiff (Zentralkonferenz Mitte- und Südeuropa) teilnehmen konnte, ließen erkennen, dass Bischof Hein den Methodismus besser versteht als manche Methodisten: Er betrachtet die Evangelisch-methodistische Kirche in erster Linie nicht als eine Freikirche, sondern als eine Weltkirche, die auch die lokalen Aufgaben in einem globalen Zusammenhang sieht und ökumenisch auf Weltebene höchst wirksam ist.

Ein kerniger theologischer Vortrag, äußerst anregend zumal, und eine höchst erfreuliche Begegnung!

                                                                                                               

09.07.2018

Leitungsgremium der THR tagte am 7. Juli

Der Hochschulrat und Senat der Theologischen Hochschule kamen gemeinsam zum zweiten Mal dieses Jahr zusammen. Unter der Leitung des Vorsitzenden Pfarrer Markus Bach wurde weiter über den Ausbau der Hochschule beraten.  Dabei ist eine Renovierung und Erweiterungen der Lehr- und Wohngebäude in der Planung. Ebenso wird über den Aufbau von weiteren Studienangeboten nachgedacht, nachdem 2017 der berufsbegleitende Masterstudiengang „Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen“ erfolgreich eingeführt wurde.

05.07.2018

Glauben wir an denselben Gott? Eine theologische und auch politische Frage

Vortrag am 4. Juli an der Theologischen Hochschule im Rahmen des Studium Generale

Glauben wir an denselben Gott? Diese Frage bezog Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, in seinem Vortrag auf die drei Religionen, die sich auf Abraham berufen, also das Judentum, das Christentum und den Islam.
Er bezeichnete diese Frage nicht nur als eine eminent theologische, sondern auch als eine eminent politische Frage, weil ihre Beantwortung unmittelbare politische Folgen hat.

Es ging ihm darum zu zeigen, welche Rolle Religion in der Gesellschaft spielt und dass diese Rolle nicht nur von außen durch einen gesetzlichen, verfassungsmäßigen und gesellschaftlichen Rahmen vorgegeben wird, sondern Religion auch von innen kommt. Sie ist mit Gefühlen, mit Lebensläufen und Gewohnheiten, mit Kultur, mit Sprache und Lebenswelt eng verbunden.

Die Antwort des Referenten Bischof Hein auf die Frage ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen: Ja, es handelt sich um denselben Gott! Ein einschränkendes Aber ließ er jedoch folgen: Die religiöse Praktiken unterschieden sich.

Und deswegen ist das theologische Gespräch zwischen Menschen verschiedener Religionen so wichtig, denn es kann nur dann gelingen, wenn sich gegenseitig die Wahrhaftigkeit des eigenen Glaubens unterstellt – und von da aus nach der Wahrheit gefragt wird. Die Klärung der Wahrheitsfrage findet aus seiner Erfahrung an diversen Runden Tischen der Religionen gerade in der Begegnung miteinander statt.

Seine Anknüpfungs- und Begegnungspunkte sind die „spirituelle Gastfreundschaft“, eine Gastfreundschaft, die in allen drei Religionen und kulturellen Traditionen ein hohes Gut ist. Sie umfasst neben Höflichkeit, Takt, Entgegenkommen beider Seiten, Vermeidung von bekannten Konfliktthemen für einen klar umrissenen Zeitraum, Unterstellung von Friedfertigkeit und Wahrhaftigkeit – und gemeinsames Essen und Trinken!
Sowie die durch Jesus Christus geöffnete „trinitarische Weite“, die einen dynamischen Gottesbegriffs im interreligiösen Gespräch anbietet. Diese trinitarische Weite erlaubt es, andere Religionen "als legitime Äußerungen der einen Gottessehnsucht" zu verstehen und ihre Antworten ernstzunehmen.

Wenn der Weg dahin auf der Praxis der Barmherzigkeit beruht - in Nächstenliebe und im Gebet füreinander - mag es zwar ein mühsamer Weg sein, aber für Martin Hein auch ein hoffnungsvoller: Theologie in öffentlicher Verantwortung trägt auf ihre Weise zur gesellschaftlichen Befriedung bei.

Hören Sie den gesamten Vortrag.