11.12.2018

Holger Eschmann ist Mentor eines islamischen Nachwuchswissenschaftlers

Prof. Dr. Holger Eschmann wurde von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft an der Universität Frankfurt eingeladen, an einem Mentorenprogramm für islamische Nachwuchswissenschaftler*innen teilzunehmen. Mit diesem Programm sollen gegenseitige Vorurteile abgebaut und der wissenschaftliche Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen mit dem Ziel eines von gegenseitigem Respekt geprägten Umgangs gefördert werden. "


Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Mercator gefördert.

 

06.12.2018

1968 – 2018 United Methodist Church/Evangelisch-methodistische Kirche – 50 Jahre Kirchenvereinigung

Vortragsabend an der Theologischen Hochschule Reutlingen am 28.11.2018

Der Vietnamkrieg, die Hippie-Bewegung, die Ermordung Martin Luther Kings – die meisten von uns assoziieren mit diesen Schlagwörtern ein bestimmtes Datum: das Jahr 1968. Doch wie viele verbinden mit diesem geschichtsträchtigen Jahr auch die Geburtsstunde der United Methodist Church (Evangelisch-methodistische Kirche)? Inzwischen sind es wohl nicht mehr so viele, denen dieses Ereignis im Bewusstsein ist. Ein Grund mehr im Jahr 2018 auf „50 Jahre Kirchenvereinigung“ zurück zu blicken.

So hieß die Theologische Hochschule Reutlingen zu diesem Anlass gleich zwei Experten willkommen, die über die Kirchenvereinigung referierten: Fred Day und Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber.

Als Hauptreferent führte Fred Day, Generalsekretär der General Commission on Archives and History (Madison/New Jersey) aus einer amerikanischen Perspektive ausführlich in das Thema ein.

Am 23. April 1968 wurden bei einem symbolträchtigen Akt in Dallas/ Texas die Methodist Church und die Evangelical United Brethren Church zur United Methodist Church (UMC) vereinigt.

Doch die Kirchenvereinigung war mehr als nur ein feierlicher Akt. Was genau sich hinter dem „united“ (vereint) verbirgt, erläuterte Day anhand eines kurzen historischen Rückblicks.

„United“ – das bedeutet die Vereinigung der Vorläuferkirchen mit ihren verschiedenen Verwurzelungen im deutschen Pietismus und der englischen Erweckungsbewegung. „United“ meint aber noch mehr als die Zusammenführung verschiedener kirchlicher Traditionen. Es ist auch in den USA die Auflösung einer afro-amerikanischen Zentralkonferenz, die 1939 mit rassistischen Hintergründen separiert wurde. Bis heute sei hier Versöhnungsarbeit zu leisten und in Erinnerung zu rufen, welche Bereicherung gerade die afro-amerikanischen Geschwister für die Vereinigung darstellten – so Day.

Schließlich ist die Vereinigung auch Ergebnis und Ausdruck der Leidenschaft vieler Menschen unterschiedlicher Rasse, Kultur und Sprache für die Erfahrung der Liebe Gottes in Jesus Christus und für die Früchte des Heiligen Geistes. 

Die frisch vereinigte UMC sah sich von Beginn an großen Herausforderungen ausgesetzt. Bürgerrechtsbewegungen, der Kalte Krieg, eine wachsende evangelikale Bewegung und gleichzeitig eine Liberalisierung der Lehrmeinungen, u.a. in Fragen zu Ehe oder Sexualität – wie verbunden konnte eine neue Kirche in solch turbulenten Zeiten sein? Diese Frage stellte Day in den Raum und nannte im Folgenden verschiedene Bewegungen, die aus den vielen Herausforderungen der letzten 50 Jahre heraus entstanden sind, wie Bewegungen zur Befreiung von Armut und Dominanz einzelner traditioneller Gesellschaftsmodelle oder die Bewegung des politischen und gesellschaftlichen Engagements in der Flüchtlingskrise angesichts eines zunehmenden Neo-Nationalismus.

Hier nun schlug Day den Bogen zu Gegenwart und Zukunft. Obwohl der 50ste Geburtstag der UMC Anlass zum Jubeln geben könnte, nimmt Day heute vielmehr eine Stimmung des Auseinanderbrechens, der Angst und Nervosität wahr. In den turbulenten Zeiten, denen die United Methodist Church ausgesetzt ist, gilt es, sich nicht nur an alten Ordnungen und Strukturen zu orientieren. Sie sollte offen sein für die vielleicht größte Gabe des Heiligen Geistes: Kreativität. Im Vertrauen auf diesen Geist kann die UMC eine Kirche sein, die lebt und wächst, indem sie

  • vereinigt ist, um vereinigend zu sein
  • bußfertig ist, um eine erlösende Kraft zu haben
  • durch Christus gestaltet zu sein, um Gottes siegreichen Kampf für die Menschheit zu bezeugen

Als die Kirchenvereinigung von Methodistenkirche (MK) und Evangelischer Gemeinschaft (EG) 1968 in Deutschland stattfand, war Walter Klaiber als Assistent an der Theologischen Fakultät der Universität in Tübingen. Ähnlich wie in den USA übte auch in Deutschland die 68er Bewegung Einfluss auf die Kirche aus. Der Drang nach Veränderung war groß, gleichzeitig fand eine Annäherung an die Volkskirchen statt, die nicht nur positive Folgen mit sich brachte. Moderne liberale theologische Strömungen beeinflussten auch die methodistische Theologie. So kam es 1971 zu einem radikalen Umbruch im Theologischen Seminar in Reutlingen. Basierend auf diesem geschichtlichen Rückblick und so manchen Erinnerungen, stellte Klaiber die für ihn grundlegende Frage: Führte die kirchliche Vereinigung zu einer neuen kirchlichen Identität? Anders als erwartet, folgte auf die Vereinigung kein missionarischer Durchbruch. Vielmehr teilte die EmK das traurige Schicksal vieler vereinigter Kirchen: den Rückgang von Gliederzahlen. Begründet sieht Klaiber dies in verschiedenen Faktoren: Vereinigungen finden meistens nicht zu Erfolgs-, sondern eher in Krisenzeiten statt. Außerdem beansprucht eine Vereinigung viele Kräfte für Strukturfragen und erschwert die Findung einer klaren Identität. Gerade das Fehlen eines eindeutigen markanten Profils erleichtert zwar das ökumenische Miteinander, bietet aber vielen Suchenden keine klare Alternative zur Volkskirche. Doch die Vereinigung brachte durchaus auch Positives mit sich. So empfindet es Klaiber als Geschenk, dass gerade durch die „kritisch-konstruktive“ methodistische Wesley-Forschung eine klare theologische Fundierung stattfand, die im theologischen Denken und in der Verkündigung in eine neue Weite führte. Vor allem auf dem Papier habe die EmK ein eigenes geprägtes theologisches Profil. In der Praxis jedoch scheine der ganzheitliche Anspruch an die Kirche, den Day zum Schluss seines Vortrags zitierte, schwer umzusetzen zu sein. Seit der Kirchenvereinigung hat sich vieles getan, aber wissen wir heute, was der wesleyanische Grundauftrag „Seelen zu retten“ konkret bedeutet? Auf seine Frage nach einer neuen kirchlichen Identität gibt Klaiber am Ende seines Vortrags eine Antwort: Als Evangelisch-methodistische Kirche haben wir ein wichtiges Erbe, das nicht verwaltet, sondern für andere gelebt werden sollte.

Dieses Erbe, so betonte Day im Anschluss an den Vortrag, das sind Menschen, die ihren persönlichen Glauben in Gemeinschaft und in der sozialen Heiligung leben. Dort hin sollten wir zurückkommen, dann werden wir wieder wachsen.

Janina Schmückle, Studentin im Master-Studium

05.12.2018

Blick über den Tellerrand

THR-Studierende beim Treffen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)

Am letzten Wochenende fand das Studierendentreffen an der Theologischen Hochschule Ewersbach (auf halber Strecke zwischen Frankfurt und Dortmund) statt. Mit Thomas Stil und Aleksandra Barafanova waren zwei Masterstudierende der THR dabei, Artur Laiker war als einziger Bachelorstudent dabei. Von den Studierenden der anderen freikirchlichen Hochschule waren die Teilnehmenden im Bachelor-Studium und sogar noch am Anfang des Studiums.

Das Treffen hat sich laut Thomas überaus gelohnt: „Nachdem wir uns ausgiebig über die Eigenheiten unserer Hochschulen, Studienverlaufspläne, Schwerpunktsetzungen usw. ausgetauscht haben, gingen wir schnell dazu über, auch geistliche Gemeinschaft zu pflegen, indem wir viel beteten, sangen („Lobpreis machten“) und geistliche Erfahrungen teilten. Neben lockeren Aktivitäten wie der Besuch des Weihnachtsmarkts oder Abhängen in der Kellerbar war insbesondere der Samstagnachmittag von einer dichten Diskussion geprägt, die der ehemalige Praktische Theologe in Ewersbach Willy Weber Impulse setzend anregte: Themen der Diskussion waren u.a. die (Un-)Eindeutigkeit der kirchlichen Verkündigung heute, das Verhältnis von (un-)eindeutigen Positionen in der Gemeinde/Kirche und Einheit der Gemeinde/Kirche, der Wunsch nach gemeinsamer Zusammenarbeit der Freikirchen u.v.m.. 

Auch wenn wir im Laufe des Lebens ab und an mit anderen Gemeinden und Freikirchen zu tun hatten, haben wir es für außerordentlich inspirierend empfunden, mit angehenden Inhabern von Leitungspositionen in den verschiedenen Freikirchen im Gespräch zu sein. Insbesondere die sehr spontane und direkte („charismatische“) Frömmigkeit mancher Anwesenden forderte uns heraus und bewegte uns zugleich. Uns fiel aber auch (etwas irritierend) auf, dass sich zwar die Ewersbacher und Elstaler untereinander gut kannten, aber die THR und die EmK bei fast allen studentischen Vertretern recht unbekannt waren. So gut es ging versuchten wir, die Eigenarten unserer Hochschule und Besonderheiten unserer Kirche zu erklären, was nicht selten zu grundsätzlichen Diskussionen z.B. über die Kindertaufe führte, die unsere theologische Fitness wahrlich auf die Probe stellten.“

Das Treffen nächstes Jahr findet Ende Oktober/Anfang November an der Theologischen Hochschule Elstal, 30 Kilometer westlich von Berlin, statt. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

Die diesjährigen Teilnehmenden laden ganz herzlich ein, nächstes Jahr selbst diese Gelegenheit zu nutzen, über den eigenen freikirchlichen Tellerrand hinauszuschauen und neue Kontakte zu knüpfen.

27.11.2018

Schon gewusst?

Jörg Barthel übersetzt das gesamte Jesajabuch der BasisBibel

Nicht nur die Übersetzung von Jesaja 1-39 der Lutherbibel 2017 lag in der Hand von Prof. Dr. Jörg Barthel. Im Rahmen der Übersetzung des Alten Testaments für die BasisBibel ist Jörg Barthel, Professor für Altes Testament, für das gesamte Jesajabuch zuständig.

Ziel der BasisBibel ist es, den biblischen Text in einem modernen, auch für Jugendliche gut verständlichen Deutsch wiederzugeben. Dafür gelten strenge Regeln: So darf ein Satz nicht mehr als 16 Wörter und einen Nebensatz umfassen. Auch Fremdwörter sollten möglichst vermieden werden. Stärker als etwa die »Gute Nachricht Bibel« oder die »Hoffnung für alle« ist die BasisBibel dabei dem Urtext verpflichtet. Sie verzichtet deshalb weitgehend darauf, den Bibeltext selbst durch Erklärungen zu erweitern. Stattdessen finden sich Erklärungen wichtiger Begriffe am Rand oder am Ende der Ausgabe. Typisch ist auch die Einteilung des Textes in überschaubare Zeilen. Die Altes und Neues Testament umfassende Gesamtausgabe der BasisBibel soll im Herbst 2020 erscheinen.

Alle übersetzen Texte durchlaufen eine sogenannte Germanistische Redaktion, in der die Übersetzung sprachlich überprüft wird und Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. Dabei läuft die Kommunikation zunächst über eine internetbasierte Software, in die der Text eingegeben und kommentiert wird. In gemeinsamen Redaktionssitzungen einigt man sich schließlich auf den maßgeblichen Text.