FORUM FORSCHUNG

Zum ersten Mal in der Geschichte der Theologischen Hochschule fand vom 30. Juni bis 1. Juli 2017 das Forum Forschung in Reutlingen statt. Es war eine Zusammenkunft von Theologinnen und Theologen mit methodistisch-wesleyanischer Anknüpfung, die forschend tätig sind. Das Treffen diente einerseits der gegenseitigen Vernetzung und andererseits auch der Bekanntmachung mit der Hochschule als einer möglichen Arbeitsgeberin. Der Ausschreibung folgten über zwanzig Akademiker*innen aus Deutschland, England, Korea, Makedonien, Rumänien, Schweden, der Schweiz und Tschechien.

Bandbreite der theologischen Themen

Neben der nationalen Vielfalt war auch die Bandbreite der theologischen Themen groß, so dass fünf Workshops in den Disziplinen Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie und Praktische Theologie veranstaltet werden konnten.

In den Workshops, die jeweils von Lehrenden der Hochschule moderiert wurden, konnten die Teilnehmenden in einen intensiven Austausch über ihre jeweiligen Promotionsprojekte bzw. Forschungsvorhaben eintreten.

Die Themenvielfalt reichte von

  • biblisch-exegetischen Themen wie etwa die Theologie des Propheten Jesaja, der Psalmen und des Hohelieds, die Bedeutung des Begriffes Fleisch (sarx) im Galaterbrief, die Frage von Sünde und Unreinheit im Hebräerbrief und Fragen johanneischer Theologie
  • über kirchengeschichtliche Themen der Reformation und der methodistisch-wesleyanischen Tradition zu aktuellen Herausforderungen wie die der Migration
  • über praktisch-theologische Anliegen wie die des Gebets, des Trauergesprächs und des kirchlichen Unterrichts
  • bis hin zu mehr philosophisch-theologischen Themen wie das Verhältnis zwischen Philosophie und Naturwissenschaft, die Beziehung zwischen Glaube und Zweifel, die Ganztodtheorie der protestantischen Theologie und (post)koloniale Anfragen an die Theologie in koreanischer und philippinischer Perspektive.

Zwei Hauptvorträge rahmten die Tagung ein

Den ersten Vortrag hielt Thomas Kazen, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Stockholm. Er thematisierte das Verhältnis Jesu zur veränderlichen Rolle der Tora. Stefan Zürcher schließlich, Distriktsvorsteher (Superintendent) in der Schweiz, sprach zu seinem Promotionsthema der formativen Dimension des Gebets aus methodistisch-wesleyanischer Perspektive.

Die Vorträge berührten sich, denn sie betonten beide, dass sowohl das jüdische Gesetz, die Tora, wie sie Jesus verstand, als auch das Gebet in methodistisch-wesleyanischer Praxis, keine starren Regelwerke sind, sondern dazu dienen, Menschen nach dem Ebenbild Gottes zu formen.

Die Tagung wurde geplant von Dr. Michael Nausner, Professor für Systematische Theologie, in Zusammenarbeit mit dem Methodist Global Education Fund for Leadership Development in Europe (MGEFLD-Europe).

Die Teilnehmenden meldeten ganz deutlich zurück, dass diese Veranstaltung eine Tradition an der Theologischen Hochschule werden soll.

Prof. Dr. Michael Nausner
Begrüßung durch Prof. Dr. Michael Nausner (Foto: A. J. Moniraj)

 

Prof. Thomas Kazen
Prof. Thomas Kazen bei seinem Vortrag zu Beginn der Veranstaltung

 

Workshop Altes Testament
Workshop Altes Testament - v.l.n.r.: Jörg Barthel, Raphaela Swadosch, Aravind Jeyakumar Moniraj, Wolfgang Köhler, Ligia Istrate, Ivana Prochaskova (Foto: A. J. Moniraj)

 

Workshop Praktische Theologie
Maximilian Bühler stellt sein Promotionsprojekt über Trauergespräche vor