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gelebter Glaube - befreites Denken - tätige Liebe

Theologie studieren - warum und wozu?

Was meinen wir, wenn wir sagen »Gott existiert«? Ist das Weltbild der modernen Naturwissenschaften mit dem Glauben an einen Schöpfer vereinbar? Ist die Bibel Gottes Wort? Ist es denkbar, dass ein Gebet die Welt verändert? In welchem Verhältnis steht der christliche Glaube zu anderen Religionen? Was ist die Aufgabe von Christen in einer Gesellschaft, die eine Vielzahl von Lebensentwürfen und Weltanschauungen kennt? Wie kann ich es lernen, das Evangelium so zu verkündigen, dass andere mich verstehen?

Abenteuer des Denkens und des Glaubens

Das sind nur einige Fragen, um die es im Studium der Theologie geht. Wer diese für wichtig und interessant hält, für den/die ist das Theologiestudium eine höchst spannende Angelegenheit – ein wirkliches Abenteuer der Ideen und des Geistes. Und auch ein Abenteuer des Glaubens! Denn im Theologiestudium lerne ich, über den Glauben nachzudenken, ihn zu prüfen, zu vertiefen und reifen zu lassen im Gespräch mit anderen Menschen und Auffassungen. Ich lerne die Ursprünge des Glaubens im Alten und Neuen Testament kennen, seine verschiedenen Gestalten in der Geschichte der Kirche, seine Ausdrucksformen in Gottesdienst, Seelsorge und Verkündigung. Und ich lerne, den Glauben heute öffentlich zu vertreten und zu artikulieren – innerhalb und außerhalb der Kirche.  

Gespräch mit den Wissenschaften und anderen Religionen

Gelingen kann das nur, wenn ich mich für die Welt interessiere, in der wir leben. Darum gehört zum Theologiestudium auch das Gespräch mit der Philosophie und anderen Wissenschaften, die Auseinandersetzung mit den großen Religionen und Weltanschauungen, aber auch die Beschäftigung mit den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit. Denn am Ende geht es nicht nur darum, über den Glauben nachzudenken, sondern ihn in der Lebenspraxis zu bewähren und weiterzugeben.

Mehr als eine Berufsausbildung

Es gibt mindestens zwei gute Gründe, Theologie zu studieren. Der eine ist: Das Theologiestudium vermittelt berufliche Kompetenzen für eine Arbeit als Pastor oder Pastorin, aber auch für andere Aufgaben in Kirche und Diakonie, zum Beispiel in der Jugendarbeit, in der Arbeit mit alten Menschen oder in der seelsorglichen Beratung. Und der andere: Ein Theologiestudium ist mehr als nur eine Berufsausbildung. Es verändert auch meine Persönlichkeit, meine Art zu denken und zu leben. Es hilft mir, meinen eigenen Glauben und mein eigenes Leben besser zu verstehen, und es vermittelt mir einen neuen Blick auf die Welt, in der wir leben. Das ist ein Lernprozess, der niemals endet. Aber das Theologiestudium ist ein guter Anfang dazu.

Studierende zum Studium:

„Ich habe an der Theologischen Hochschule Reutlingen studiert, weil es für mich als Methodistin römisch-katholischer Herkunft wichtig ist, nicht nur eine Theologie mit Weite, sondern auch die methodistische Tradition besser kennen zu lernen und die Verbundenheit mit Kolleg(inn)en auch über die eigenen österreichischen Landesgrenzen hinweg zu pflegen. Außerdem kommt es mir als alleinerziehender Mutter sehr entgegen, in der Gemeinschaft mit anderen Studierenden an unserer Hochschule zu leben und zu lernen. Ich erlebte hier ein herzliches und unterstützendes Miteinander und auch von Seiten des Lehrkörpers wird, wenn möglich, auf die besondere Situation der Familien Rücksicht genommen.”

Angelika Reichl
Wien/Österreich
Absolventin Master-Studiengang