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Theologische Hochschule Reutlingen

Staatlich anerkannte Fachhochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche
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Nachrichten und Berichte, Hochschule

Nachrichten und Berichte

Donnerstag 25. Juni 2009

Deutsch-koreanische Konsultation an der Theologischen Hochschule Reutlingen

 

Deutsch-Koreanische Konsultation in der Theologischen Hochschule Reutlingen (22.-24. Juni)

„Hier wird Geschichte geschrieben!“ sagte Bischöfin Rosemarie Wenner zum Auftakt der Gespräche zwischen Vertretern der Korean Methodist Church und der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Damit war auf den Punkt gebracht, welches Gewicht dem Treffen der 20 hochrangigen Personen aus den beiden beteiligten Ländern beizumessen ist. Zeitweise konnte auch der Bischof der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa, Dr. Patrick Streiff aus Zürich, an den Gesprächen teilnehmen.

Ziel der Konsultationsgespräche in der Theologischen Hochschule Reutlingen, die sich Ende Juni über knapp drei Tage erstreckten, ist es, zu Verträgen zwischen den Kirchen und den Theologischen Hochschulen zu kommen, durch die eine engere und weiterführende Zusammenarbeit geregelt wird. Die Gespräche waren eingebettet in ein öffentliches Programm von zwei theologischen Vorträgen, einem Informationsabend in der Reutlinger Erlöserkirche und einem Abschlussgottesdienst in der Hochschule.

 

Anknüpfung an Bestehendes

Bereits in den 1980-er Jahren war ein unterschriftsreifer Vertrag zwischen koreanischen und deutschen Methodisten erarbeitet worden. Auch gab es schon seit dieser Zeit gute Erfahrungen mit der theologischen Ausbildung von Koreanern in Deutschland. Dennoch kam es erst im Herbst 2008 zu einer schriftlichen Vereinbarung. In ihr wird die gemeinsame Tradition an den Anfang gestellt und der Austausch über den gemeinsamen Auftrag und das voneinander und miteinander Lernen als allgemeines Ziel beschrieben. Ein regelmäßig einzuberufendes Komitee fördert die Unterstützung der in den beiden Ländern arbeitenden Missionare und Missionarinnen durch die jeweils gastgebende Kirche. Das betrifft insbesondere die koreanische Seite: Etwa 30.000 Koreaner leben allein in Deutschland. 70 % von ihnen schließen sich einer christlichen Gemeinde an. Allein 40 methodistische Gemeinden gibt es in Westeuropa. Hinzu kommen noch einmal etwa 100 Missionare in Osteuropa. Ein besonderer Auftrag wird in der Arbeit mit Jugendlichen der zweiten und dritten Generation und der Begleitung koreanischer Studierender gesehen. Darüber hinaus soll die Arbeit der Missionen aus den zwei Ländern in der ganzen Welt koordiniert werden.Die koreanische methodistische Kirche ist zur Zeit mit 800 Missionaren und Missionarinnen in über 70 Ländern tätig. 

 

Konkretionen

Um diese bereits vereinbarten Ziele zu konkretisieren, galt es in dieser ersten Konsultation zunächst einmal, Informationen auszutauschen über die Geschichte und die gegenwärtige Lage der Kirchen und über die Theologischen Ausbildungsgänge in den beiden Ländern. Auch über die Rolle und den Status der koreanischen Pastoren und Pastorinnen in Deutschland wurde gesprochen. Schließlich werden Kooperationen in unterschiedlichsten Missionsfeldern angedacht. Der bereits geübte Austausch von Studierenden und Dozierenden soll intensiviert werden.  

 

Öffentliche Vorträge

In dem ersten öffentlichen Vortrag entfaltete Prof. Nausner, Reutlingen, ein Verständnis von Mission, das die Grenzen zwischen Kulturen und Religionen als Kontaktzonen sieht, die durch Dialog und Konvivenz („miteinander leben“) bereichernde Veränderungen auf beiden Seiten erlauben. Prof. Härtner plädierte in seinem Vortrag für eine Form von Evangelisation, in der die Gemeinde von den postmodern Mühseligen und Beladenen als ein Ort des Aufatmens erlebt werden kann. Der koreanische Generalsekretär der Missionsbehörde, Dr. Lee, berichtete öffentlich von einem beeindruckenden Wachstum des Christentums in den letzten Jahrzehnten und von mutigen, wenn auch kritisch reflektierten Zielen für die kommenden Jahre. Mehrfach wurde deutlich, dass die Erfahrung der Wiedervereinigung in Deutschland in Korea Hoffnungen auf ein ähnliches Geschenk stärkt.    

 

Christof Voigt

Soeben erschienen:

Michael Nausner (Hg.): Kirchliches Leben in methodistischer Tradition. Perspektiven aus drei Kontinenten, Reutlinger Theologische Studien Band 6, Göttingen 2010